Eltern sind Vorbilder

 Jeder, der Kinder zum Fußballspiel begleitet, hat es schon erlebt: Das Spiel hat kaum begonnen, ein Kind hat seine ersten Ballkontakte. Nun müsste es den Gegenspie- ler umdribbeln oder abspielen – es miss- lingt, der Ball landet im Aus, Einwurf für das andere Team. Das Selbstvertrauen, mit dem das Kind vor wenigen Minuten noch auf das Spielfeld gelaufen ist, hat einen ersten Knacks bekommen – jetzt ist Aufmunterung und Zuspruch gefragt. Was aber passiert: Die Zurufe von außen machen alles noch schlimmer – und kommen noch dazu von den eigenen Eltern: Pass besser auf, stell dich nicht so an, du schläfst ja noch... Viele Erwachsene, Väter, Mütter werden sagen: „Ich meine es doch nur gut – und bin engagiert dabei!“ Aber gut gemeint ist manchmal schlecht. Ohne Zweifel: Fußballeltern investieren sehr viel Zeit in den Sport ihres Kindes. Sie sind mit Emotion und Leidenschaft bei der Sache. Für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz gebührt ihnen ein ganz besonderes Lob. Klar, dass Eltern auf die Leistungen ihres Kindes stolz sein möchten. Aber nicht aus jedem Bambino kann ein Lukas Podolski werden. Und Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport, der auch die Anerken- nung der Leistung der Anderen erfordert. Deshalb immer dran denken:

Im Mittelpunkt steht immer das Wohl unserer Kinder.

Wir sind für sie Vorbilder – und wir haben Verantwortung. Auch und gerade am Spielfeldrand.

Wir möchten Eltern dabei unterstützen, Stärken zu erkennen. Die Stärken ihrer Kinder und nicht zuletzt ihre eigenen, wenn es darum geht, ein fairer Partner auf dem Fußballplatz zu sein. Folgende Tipps können
dabei helfen. Selbst wenn es Dir manchmal schwer fällt:

Auch die anderen (Gegner, Trainer, Schiedsrichter…) verdienen Anerkennung und Respekt.
Sage Deinem Kind, dass Du es rundum klasse findest, ohne wenn und aber. Wenn Du das albern findest, dann hast Du in dieser Disziplin wohl zu wenig Übung.
Es wird Zeit, dass Du damit beginnst.
Wenn Du häufig aggressiv oder zornig wirst, solltest Du innehalten und Dich fragen, was da gerade passiert. Kritisiere in einem solchen Moment auf gar keinen Fall Dein Kind.
Verbanne Sätze aus Deinem Sprachge-brauch, in denen das Wort „nicht“ vorkommt. Formuliere positiv.
Wechsle die Perspektive. Stell Dir vor, Du selbst stündest auf dem Platz. Möchtest Du beschimpft werden? Wie würdest Du Dich fühlen?
Und zu guter Letzt: Entdecke die Gemeinsamkeiten. Schließlich möchten alle, Kinder, Eltern, Trainer und Schiedsrichter, das Gleiche:
Spaß und Freude am Fußball!


 

Verhaltenskodex Eltern


Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Grundlage für einen erfolgreichen Sportverein. Bei mindestens einem Elternabend pro Saison, vom jeweiligen Trainer einberufen, sollen die Eltern über alle wichtigen Ereignisse und Pläne informiert werden. Die Eltern haben das Recht eine Begründung vom Trainer zu erhalten. Der Trainer hat aber in sportlichen Fragen die letzten Entscheidungen. Umgekehrt erwartet der Verein von den Eltern, dass sie sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind.

Weiterhin sollte den Eltern bewusst sein:

• dass sie Eltern und nicht Trainer sind.

• dass jeder Trainer viele Stunden seiner Freizeit für die Kinder und Spieler investiert und dafür den nötigen Respekt bekommen sollte

• dass die Jugendabteilung viel leistet, um den Kindern die Möglichkeit zu bieten, ein Vereinsleben aufzuzeigen, in dem sich Jugendliche und Kinder wohlfühlen. Aber ohne Leistung der Eltern geht das nicht.

• dass der Spielbetrieb nun mal Fahrdienste und Unterstützung bei Veranstaltungen fordert. Bei diesen Veranstaltungen soll Geld für die Jugendkasse erwirtschaftet werden, aus dem wir das Trainings-Equipment bezahlen, Auslagen ersetzen wie z.B. Turniergebühren,…. Es kann nicht sein, dass sich nur ein geringer Prozentsatz an Eltern beteiligt (und dann sind es häufig dieselben, die die Problematik erkennen). Es gehört zur Vereinsarbeit, dass sich auch Eltern engagieren.


Verhaltensregeln für Eltern


• Fair Play geht vor

• Wir sind ein Team, gewinnen und verlieren gemeinsam

• Wir akzeptieren die Entscheidungen des Trainers vor, während und nach dem Spiel

• Wir geben selbst keine Spielanweisungen („geh vor“ usw….)

• Wir benutzen keine Schimpfwörter

• Wir akzeptieren ALLE Schiedsrichterentscheidungen

• Wir zeigen keinerlei Aggressionen, Wutausbrüche …..

• Wir sorgen dafür, dass unser Kind pünktlich am Treffpunkt ist

• Falls unser Kind am Training bzw. Spiel nicht teilnehmen kann, sagen wir beim Trainer rechtzeitig     ab. Siehe hierzu auch die DFB Broschüre „Eltern – Vorbilder auf dem Fußballplatz“. (rk)